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biografie fabian russ

Fabian Russ ist Klangkünstler und Komponist für elektronische und elektroakustische Musik. Sein kompositorischer Schwerpunkt beruht auf der Arbeit mit Samples und der Verwebung von Elektronik und klassischer Musik, für Soloinstrumente bis hin zu Sinfonieorchestern. Auftragskompositionen für Konzerte, Installationen und Tanz-Performances erhält Russ unter anderem regelmäßig von dem PODIUM Festival Esslingen und dem Radialsystem V Berlin.

 

Wie ein Maler positioniert Russ seine Klänge im Raum, und für ihn ist: „Komponieren wie Malen“. Dabei denkt Russ die analoge und digitale Welt der Musik zusammen, schreibt für Mensch und Maschine, wie etwa für den Oboisten Albrecht Mayer (2014) und den Countertenor Andreas Scholl (2014) bei dem Stück „Black is the Colour“. Themen und Gedankenwelt von Russ‘ Werken ziehen ihren Inhalt aus der Literatur und den Bildenden Künsten. Bei seiner Installation mit Carlo Grippa für die Hamburger Kunsthalle (2016) und deren Sammlungsbereich „Alte Meister“ setzt er seine Klangkompositionen nicht illustrativ ein, sie dienen dem Besucher als Inspiration für Assoziationen und öffnen neue Gedanken- und Interpretationswelten.

 

Russ‘ Samples beruhen auf selbsterstelltem Material, die er unter anderem bei dem durch ihn initiierten Projekt „Orchestronik“ mit seinen Kompositionen für Orchester mosaikartig ineinander verflechtet. Die Premiere feiert die Auftragskomposition zur Eröffnung des Kunstfest Weimar 2015. In der Komposition mäandert der Klang des Orchesters, in einzelnen Abschnitten klingt es wie eine Maschine, dann wie ein Sinfonieorchester, um abschließend mit der Elektronik eine synergetische Verbindung einzugehen.

Russ ist kein Grenzgänger, denn er führt analoge und digitale Kunstformen auf einer ästhetischen Ebene zusammen und amalgamiert sie. Für sein Projekt „Butterfly under Glass“, das er für das PODIUM Festival 2015 entwickelt und Oktober 2016 im Radialstem V Berlin ebenso aufgeführt wird, erarbeitet er mit dem Live-Computing Spezialisten Frieder Weiss eine völlig neuartige performative Aufführung für Tänzer, Sänger, Musiker, Visuals und elektronische Musik.

 

Gemeinsam mit Folkert Uhde und dem Radialsystem V entwirft Russ das Projekt „Inside Partita“, einen mehrdimensionalen Klangraum für Violine, Tanz und Elektronik. Die Uraufführung findet 2013 in Berlin in der Elisabethkirche statt, mit der Solistin Midori Seiler, der Tänzerin Renate Graziadei, nach einer Dramaturgie und Choreographie von Arthur Stäldi. „Inside Partita" ist eine musikalische Introspektion, ein außergewöhnlicher Musiktheaterabend, der Bach in das Hier und Heute übersetzt.

Bühne und Zuschauerraum sind bei „Inside Partita" eins - Violinistin, Tänzerin und das Publikum befinden sich inmitten eines von Lautsprecherstativen flankierten Kreises. Live gespielte Musik, verstärkter und manipulierter Originalklang sowie vorproduzierte Kompositionssequenzen überlagern sich. Acht Lautsprecher ermöglichen es dem Komponisten, Klänge gleichermaßen im Raum zu verteilen oder um das Publikum kreisen zu lassen und damit in die Performance akustisch einzugreifen. Während der Aufführung wird der Raum durch das Zusammenspiel zwischen Komponist, Tänzerin und Geigerin stetig neu definiert, dadurch entstehen ,Spielräume‘ mit und im Publikum. Performer und Besucher werden auf diese Weise in der Interaktion zu einer Art lebendigem musikalischen Organismus.

 

Fabian Russ wurde 1985 in Braunschweig geboren. Privaten Kompositionsunterricht erhält er durch den Leipziger Komponisten Thomas Hertel.

 

Russ arbeitet zusammen u.a. mit den Solisten Albrecht Mayer, Andreas Scholl und Midori Seiler, dem Schauspieler, Musiker und Autor Robert Gwisdek (Käptn Peng), dem Dramaturgen und Kulturmanager Folkert Uhde und dem Radialsystem V, John Neumeiers Bundesjugendballett, der STÜBAphilharmonie und dem Visualkünstler Frieder Weiss, entwickelt eigene Konzepte und Stücke, sowie Fantasie-Rap mit seiner Kunstfigur fDong. Seit 2013 arbeitet Russ gemeinsam mit dem Arrangeur und Komponisten Tim Jäckel an abendfüllenden Stücken für Sinfonieorchester und Elektronik.

 

In den letzten Jahren war er an zahlreichen Eröffnungen beteiligt, wie zum Beispiel bei der Biennale Klangbasel 2014, der Eröffnung des Montforthauses im Vorarlberg 2015 oder 2016 in der Kunsthalle Hamburg im Sammlungsbereich Alte Meister.